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Gläser für das Fenster – welche Unterschiede gibt es?

Glas ist ein wunderbares Material, lässt es doch Licht in unsere Räume. Doch Glas ist nicht gleich Glas, auch wenn es auf den ersten Blick gleich aussieht. Fensterglas kommt zum Beispiel als Wärmeschutzglas, Schallschutzglas, Brandschutzglas oder Sicherheitsglas daher.

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Technisch betrachtet handelt es sich dabei meist um ein sogenanntes Floatglas. Aus ihm wird das Mehrscheiben-Isolierglas mit Scheibenzwischenraum hergestellt, aus dem die Fenster heutzutage im Allgemeinen bestehen. Floatglas gibt es laut EN 572, Teil 2 in den Nenndicken 3, 4, 5, 6, 8, 10, 12, 15, 19 und 25 mm. Großen Einfluss auf den Ug-Wert haben die Glasdicken allerdings nicht. Hinsichtlich der Energieeinsparverordnung spielt der Ug-Wert jedoch eine immer größere Rolle.

Die guten Werte von Glas müssen über den Aufbau der Fenster sichergestellt werden. Es werden daher mindestens zwei, häufig sogar drei Scheiben mit einem bestimmten Abstand hintereinander gesetzt. Das ruhende „Luftpolster“ aus Spezialgasen zwischen den Scheiben hat einen hohen Wärmedurchlasswiderstand. Dazu werden die Scheiben umlaufend dicht an den Rahmen angeschlossen. So haben sich die Möglichkeiten des Glases beachtlich erweitert. Und das nicht nur in Sachen Wärmedämmeigenschaften, sondern auch hinsichtlich des Schallschutzes. Zudem können durch die Kombination verschiedener Gläser die Brandschutzeigenschaften und die Einbruchsicherheit verbessert werden.

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Fenster dürfen nach den Vorgaben der EnEV 2009 einen U-Wert von höchstens 1,3 W /(m²K) aufweisen. Fenster bedeutet hier Rahmen und Verglasung im Verbund. Solche Werte sind nur zu erreichen, wenn im Fensterrahmen zusätzlich ein Dämmstoff verbaut wird. Und bei der Verglasung geht nichts über die Verwendung eines beschichteten Isolierglases. Die Beschichtung lässt kurzwelliges Sonnenlicht in die Wohnung hinein, während die langwelligen Wärmestrahlen von drinnen nach draußen abgeblockt werden. Der Scheibenzwischenraum ist zusätzlich mit einem Gas wie Krypton, Argon oder Xenon befüllt, das wie eine Dämmschicht wirkt. Bei Zweifach-Isolierglasprodukten lassen sich somit Wärmedämmwerte von 1,1 W/(m²K) erzielen. Neuartige Dreischeibenkonstruktionen haben bei nur geringfügig größerer Einbaudicke extrem günstige U-Werte zwischen 0,7 und 0,5 W/(m²K). Solche Fenster eignen sich sogar für Passivhäuser.

Damit Fenster vor Schall schützen, müssen Glas, Flügel, Blendrahmen, die Abdichtung zwischen Flügel und Blendrahmen sowie die Dichtung zum Mauerwerk  zusammenwirken. Das Glas selbst hat grundsätzlich gute Voraussetzungen zur Schalldämmung, da es schwer ist. Fensterscheiben sind jedoch dünn und lassen sich deshalb zum Schwingen „anregen“. Am meisten schwingt es, wenn der Schall die Eigenfrequenz des Glases trifft. Diese hängt von der Dicke des Glases ab. In der Praxis werden daher für eine Schallschutzverglasung Scheiben unterschiedlicher Dicke verwendet. An einer solchen Konstruktion bleibt der Schall dann „hängen“. Bei der Wahl des Schallschutzglases wird zudem darauf geachtet, wie sich der Lärmpegel vorwiegend zusammensetzt; die Scheiben werden dann entsprechend ausgesucht. Wer in der Nähe des Flughafens wohnt, erhält daher ein anderes Schallschutzfenster als derjenige, der neben einem Kindergarten lebt.

Glas an sich wird als nicht brennbarer Baustoff der Klasse A 1 zugeordnet. Das nützt wenig, denn bei Hitze zerspringt das Glas und das Feuer hat freie Bahn. Dennoch gibt es Gläser, die einem Feuer länger Widerstand zu leisten vermögen. Brandschutzglas wird in den Feuerwiderstandsklassen F und G kategorisiert. Die sogenannten F-Verglasungen können im Brandfall recht effektiv sein, während G-Verglasungen nur den direkten Durchgang von Feuer und Rauch verhindern. Die Hitze kann ungehindert durch. Für die F-Verglasungen wird hingegen eine thermische Isolation gefordert. Es handelt sich dabei um Mehrscheiben-Verbundgläser, die je nach Feuerwiderstandsklasse auch mit luftgefülltem Zwischenraum kombiniert sind. Noch bessere Brandschutzgläser sind in den Zwischenräumen mit Gelen oder anorganischen Brandschutzschichten gefüllt, die bei Hitze aufschäumen und eine Schutzschicht bilden.

Eine weitere wichtige Art von Gläsern sind die Sicherheitsgläser. Der Begriff „Sicherheitsglas“ beinhaltet sowohl den vorbeugenden Unfallschutz als auch den Schutz bei Gewaltanwendungen aller Art. Neben dem früher häufig verwendeten Drahtglas gibt es Sicherheitsglas noch als Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG) und Verbund-Sicherheitsglas (VSG). Einscheiben-Sicherheitsglas zerbröselt bei Bruch zu kleinen Glaskrümeln, die keine scharfen Kanten aufweisen. Verwendet wird es für Glastüren, Duschkabinen oder Ganzglasanlagen (Türen oder Wände). Aus zwei oder mehr Scheiben besteht hingegen das Verbund-Sicherheitsglas. Für die einzelnen Scheiben können unterschiedliche Glasarten zum Einsatz kommen. Zudem können auch Heizdrähte oder Signaldrähte für Alarmanlagen in die Zwischenschichten eingebaut werden. Verbund-Sicherheitsglas wird in unterschiedlichen Scheibentypen ausgeführt. So gibt es die durchwurfhemmende Verglasung (PA), durchbruchhemmende Verglasung (SG) und sprengwirkungshemmende Verglasung (ER).