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Kleinkläranlagen – Abwasserbehandlung auf dem eigenen Grundstück

Die meisten Häuser und Wohnungen sind hierzulande an die öffentliche Kanalisation angeschlossen. Das Abwasser wird dann in einer zentralen Kläranlage gereinigt und wieder nutzbar gemacht.

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. In abgelegenen Gebieten, bei Einzelhäusern oder kleinen Siedlungen kann es aus technischen oder finanziellen Gründen aber vorkommen, dass kein Anschluss an eine kommunale Kläranlage möglich ist. In diesem Fall helfen sogenannte Kleinkläranlagen bei der Abwasserreinigung. Bei ihnen kommen im Prinzip die gleichen Klärverfahren wie bei den großen Schwestern zum Einsatz, nur dass sie für 4 bis maximal 50 Personen ausgelegt sind.

Eine Kleinkläranlage besteht mindestens aus einer mechanischen und einer biologischen Reinigungsstufe. In der ersten, der mechanischen Reinigungsstufe, werden die Grob- und Feststoffe entfernt. Es handelt sich dabei zum Beispiel um eine Mehrkammerabsetzgrube oder eine Mehrkammerausfaulgrube. Hier werden die nicht im Abwasser gelösten Stoffe ausgesiebt bzw. auf die Schwerkraft (Sedimentation) und den Auftrieb (Flotation) gesetzt. Das geschieht zum Beispiel durch Rechen und Siebe, Sand- und Fettfang sowie die Vorklärung. Diese Vorgänge werden in der Mehrkammergrube einer Kleinkläranlage zusammengefasst. Bei der Sedimentation und Flotation bildet sich ein Schlamm, wobei zwischen Boden- und Schwimmschlamm unterschieden wird. Der gesamte in der Mehrkammergrube anfallende Schlamm wird als Fäkalschlamm bezeichnet.

Sind die nicht gelösten Inhaltsstoffe entfernt, geht es weiter zur zweiten Reinigungsstufe – der biologischen Abwasserbehandlung. Hier werden hauptsächlich mit Hilfe von Bakterien, Pilzen und Einzellern die organischen Abwasserinhaltsstoffe entfernt. Damit diese Mikroorganismen ganze Arbeit leisten können, benötigen sie optimale Bedingungen. Sie brauchen zum Beispiel ausreichend Sauerstoff, gute Nährstoffe, angenehme Temperaturen und einen pH-Wert zwischen 6,5 und 8,5. In der Praxis wird hierbei zwischen technisch und natürlich belüfteten Systemen unterschieden. Zudem gibt es Mikroorganismen, die frei in einer Belebtschlammflocke leben und solche, die zwingend Aufwuchsflächen benötigen. Die Mikroorganismen sind also entweder mobil oder sessil.

Zu den technisch belüfteten biologischen Abwasserbehandlungsanlagen zählen Belebungsanlagen, SBR-Anlagen und Membrananlagen, die alle auf mobile Mikroorganismen bauen. In einem technisch belüfteten Teich tummeln sich hingegen sowohl mobile als auch sessile Mikroorganismen. Solch ein Teich kann auch unbelüftet ausgeführt werden. Technisch belüftet und sessil sind Festbett-/ Tauchkörperanlagen und das Schwebebett. Ebenfalls sessil, allerdings natürlich belüftet, sind Filter- oder Pflanzenbeete, Tropfkörperanlagen, Filterschächte und Untergrundverrieselungsanlagen.
Mit allen biologischen Abwasserbehandlungsanlagen lassen sich die Kohlenstoffverbindungen abbauen. Wird auch der gezielte Stickstoff- und Phosphatabbau gefordert (was bei Einleitung in manche Gewässer der Fall ist), so kann das nur mit technisch belüfteten Anlagen geschehen.

Aber auch so darf das gereinigte Abwasser nicht einfach in das nächste Gewässer geleitet werden. Nach §3 des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) stellt dies eine Benutzung des Gewässers dar und bedarf einer Erlaubnis. Diese Erlaubnis erhält der Betreiber einer Kleinkläranlage bei der unteren Wasserbehörde der Kreise und kreisfreien Städte. Ist die Genehmigung vorhanden, kann das gereinigte Wasser in einem offenen Gerinne in den Vorfluter eingeleitet werden. Auch eine Versickerung des Wassers ist möglich, wenn ein Mindestabstand zum Grundwasser eingehalten wird. Ist beides nicht möglich, kann das Wasser auch über Rohrleitungen an eine geeignete Stelle geführt werden.

Die oben beschriebenen technischen und nichttechnischen Verfahren haben ihre Vor- und Nachteile. Wie bei allen technischen Dingen, ist auch hier eine regelmäßige Wartung durch einen Fachmann unabdingbar. Nichttechnische Anlagen benötigen hingegen in der Regel mehr Platz, dafür muss weniger gewartet werden und kann vom Betreiber selbst kontrolliert werden. Je nach Ländervorschrift muss bei solch einer Anlage nur noch die Beprobung durch einen Fachmann gemacht werden. Für viele Kleinkläranlagen gibt es eine Fernwartungssoftware, die den Besitzer bei seiner Arbeit unterstützt. Wer eine Kleinkläranlage plant, muss neben den Errichtungskosten noch die Betriebskosten mit einrechnen. Zu den Betriebskosten zählen die Energiekosten (Stromkosten für Steuerung, Pumpen oder Kompressor) und die Entsorgung des Klärschlamms. Und dann fallen noch die Kosten für die Wartung und die behördlich vorgeschriebenen Kontrollen der Ablaufqualität an.