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Schäden am Außenputz erkennen und beheben

Risse oder flächige Abplatzungen im Außenputz sind nicht nur ärgerlich und unschön anzusehen, sie schädigen mit der Zeit auch die Bausubstanz. Es sollte daher zeitnah die Ursache der Schäden erforscht und die Fassade wieder instand gesetzt werden. Die Schäden am Außenputz können putzbedingt und putzgrundbedingt bzw. bauwerksbedingt sein.

Um putzgrundbedingte Schäden zu beseitigen, die z. B. durch Setzung oder Bewegung des Bauwerks entstehen, sind meist umfangreiche Sanierungsmaßnahmen notwendig. Mit etwas Glück ist die Setzung bereits abgeklungen. Dies lässt sich überprüfen, indem man den Riss mit Gips füllt und nach zwei, drei Wochen schaut, ob die Füllung unbeschädigt ist. Wenn ja, dann kann der Riss überspachtelt werden, wenn nein, dann muss der Fachmann ran. Hier lassen sich die Probleme nicht durch einen neuen Putz beseitigen, sondern höchstens kurzfristig überdecken. Die putzbedingten Risse und Abplatzungen sind hingegen einfacher hand zu haben. Hier kann es natürlich auch nicht schaden, einen Fachmann Rate zu ziehen. Das muss aber in diesem Fall kein Bauingenieur sein - ein Handwerker, der sich auf das Verputzen versteht, kennt sich naturgemäß bestens aus.

Fassade von Schmutz und Staub befreien. Auch lose Teile mit einer Drahtbürste entfernen oder abklopfen.
Damit der Renovierputz hält, muss die alte Fassade gründlich vorgewässert werden.
Nach dem Vorwässern wird mit einer Kelle der Renovierputz in etwa 10 mm Dicke aufgetragen.

Den Putzgrund ermitteln

Schäden am Putz können natürlich auch altersbedingte Gründe haben. Meist entstehen sie jedoch dann, wenn sich der Putz nicht so verhalten kann, wie er es gerne möchte – wenn er also in seiner Formänderung behindert wird. Und das ist bei der Wahl des falschen Putzes schnell passiert. Wenn man eine Putzfassade instand setzen will, kommt es auf die chemische und physikalische Beschaffenheit des Putzgrunds an. Verschiedene Untersuchungen helfen bei der Beurteilung.

Ein erfahrener Prüfer kann zum Beispiel mit der Ritzprüfung recht genau die Festigkeit des alten Putzes beurteilen. Weiterhin muss die Saugfähigkeit des alten Putzes ermittelt werden. Dies geschieht mit einer Sprühflasche oder einer Pipette. Zieht das Wasser ganz schnell ein und bleibt nur ein matter Fleck zurück, wird eine Grundierung nötig. Hohlstellen dürfen natürlich ebenfalls nicht sein, diese werden durch Abklopfen lokalisiert. Soll bei der Sanierung der alte Putz nicht entfernt werden, muss zweifelsfrei feststehen, um was für einen Putz es sich handelt. Eine mineralische Beschichtung zeigt beim Flammentest keine Rußbildung. Organische Beschichtungen hingegen rußen und sind vom Fachmann an ihrem Geruch zu erkennen.

Putzgrundbedingte Risse beseitigen

Einzelne Risse können auf verschiedene Weise saniert werden. Die Sanierungsmethode hängt im Wesentlichen von der Art des Risses ab. Bei Kerbrissen (das sind Risse, die diagonal von Maueröffnungen ausgehen) geht man am besten folgendermaßen vor: Zunächst werden die Risse aufgeweitet und mit einer festigenden Imprägnierung grundiert. Anschließend füllt man die Risse mit einem möglichst elastischen Mörtel. Das kann zum Beispiel ein kunstharzmodifizierter, mineralischer oder organisch gebundener Feinmörtel sein.

Eine Rissüberbrückung mit Putz findet insbesondere bei konstruktiv bedingten Rissen mit geringer Restverformung ihre Anwendung. Auch Risse, die durch einen Materialwechsel im Putzgrund entstanden sind (wie beispielsweise Deckenschubrisse), können mit diesem Verfahren behoben werden. Dabei wird zunächst der Putz beidseitig des Risses großzügig (mindestens 20 cm) entfernt. Anschließend sorgt eine Trennlage dafür, dass Putz und Putzgrund entkoppelt werden. Ein Putzträger in Form eines Drahtgewebes sorgt dafür, dass der in zwei Lagen aufgebrachte Putz an der Fassade bleibt.

Eine weitere Möglichkeit der Risssanierung besteht im flexiblen Rissverschluss. Dieses Verfahren macht jedoch nur Sinn, wenn eine sichtbare Dehnungsfuge akzeptabel ist und der Riss geradlinig verläuft. Das ist zum Beispiel bei Schubrissen oder bei Rissen zwischen zwei unterschiedlichen Bauteilen der Fall. Schubrisse in Form von Deckenschubrissen treten im Bereich der Geschossdecken auf. Zur Sanierung solcher Risse wird der Riss zu einer mindestens 8 mm breiten Fuge aufgeweitet. Die Fuge muss durch die gesamte Putzdicke gehen. Die Fugenflanken werden anschließend mit einer festigenden Imprägnierung versehen. Die Fuge selbst wird zunächst mit einer Schaumstoffschnur hinterfüttert und anschließend mit einem plastoelastischen Fugendichtstoff oder einem Dehnungsfugenprofil verfüllt.

Putzbedingte Risse beseitigen

Wie eingangs bereits angedeutet, ist die Beseitigung von putzbedingten Rissen nicht ganz so aufwendig. Hier eignet sich zum Beispiel elastischer Fassadenanstrich auf Kunstharzbasis, der in zwei oder drei Schichten mit oder ohne Gewebearmierung aufgebracht wird. Für kalkreiche Putze ist diese Methode allerdings nicht geeignet. Weiterhin können putzbedingte Risse mit einem Wärmedämmputz beseitigt werden. Dieser besteht aus einem wärmedämmenden Unterputz und einem wasserabweisenden Oberputz. Zwei Fliegen mit einer Klappe lassen sich dadurch schlagen, dass der Fassade ein Wärmedämmverbundsystem verpasst wird. Da bekommt die Fassade nicht nur eine neue Optik, sondern auch ein wärmendes Kleid. Hier sorgen Dämmplatten aus Hartschaum, Holzfasern oder Mineralwolle für eine Entkopplung vom Putzgrund. Da macht es dann auch nichts aus, wenn die Rissausweitung noch nicht völlig abgeklungen ist. Die hier beschriebenen Materialien für die Putzsanierung werden bundesweit von den Fachhändlern der EUROBAUSTOFF angeboten.

Renovierputze hingegen kommen nur bei ruhenden oder beruhigten Rissen zum Einsatz. Hier findet dann auch keine Rissüberdeckung, sondern Rissfüllung mit einer mikroporösen Beschichtung statt. Bevor der Renovierputz zum Einsatz kommt, sollte zunächst eine Imprägnierung zur Grundbeschichtung vorgenommen und schlecht haftender Untergrund entfernt werden. Der Renovierputz - mit den Bindemitteln Kalk, Zement oder Silicat - wird anschließend in zwei Schichten aufgebracht. Vor allem bei Schrumpfrissen, Sackrissen oder Schwindrissen lassen sich hiermit gute Ergebnisse erzielen. Schrumpfrisse entstehen dadurch, dass die Putzoberfläche zu schnell austrocknen konnte. Mehrere Ursachen können die sog. Sackrisse haben. Sie entstehen bei zu dickem Putzauftrag, wenn der Putz zu schlecht haftet oder zu weich ist. Schwindrisse schließlich treten auf, wenn Unterputz und Oberputz unterschiedliche Festigkeiten besitzen oder wenn der Putzgrund in seiner Haftung gestört ist.