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Putze für Draußen und Drinnen

Als die Archäologen die Überreste von Pompeji ausgruben, fanden sie dort auch verputzte Wände. Bereits die alten Römer kannten also die Beschichtung von Wänden mit einem Mörtelbelag. Die Bezeichnung „Putz“ kam jedoch erst sehr viel später im 17. und 18. Jahrhundert auf.

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An der Funktionsweise hat sich jedoch wenig geändert. Zunächst einmal stellen Putze eine Ausgleichsschicht dar, aber auch der schmückende Aspekt ist immer mit dabei. Nicht umsonst findet sich die Bedeutung des Schmückens in so alten Begriffen wie Kopfputz oder Putzmacherin. Je nachdem, ob der Putz drinnen oder draußen angebracht wird, kommen noch Regulierung der Raumfeuchte bei Innenputzen sowie Wasserabweisung und Wärmedämmung bei Außenputzen als Verwendungszweck hinzu. Putze überdauern Generationen, wie man an dem Wellenputz einer Jugendstilvilla von 1908 sehen kann.

Die verschiedenen Arten von Putzen

Es werden verschiedene Arten von Putzen unterschieden. Zum einen gibt es die Putze, die ihre Bezeichnung den Inhaltsstoffen zu verdanken haben. Beispiele hierfür sind zum Beispiel Kalkputz, Kalkzementputz, Zementputz, Gipsputz, Lehmputz oder Kunstharzputz. Zum anderen können Putze aber auch nach Verarbeitung, Oberflächenbehandlung, Funktion oder Auftragsstärke unterschieden werden. So gibt es zum Beispiel Baustellenputz, Maschinenputz, Trockenputz oder Werktrockenmörtel als Putze, die nach ihrer Verarbeitung benannt sind. Hinsichtlich der Oberflächenbehandlung werden zum Beispiel Reibeputz, Scheibenputz, Kratzputz oder Kellenstrichputze unterschieden. Als typische Vertreter von Putzen, die nach der Funktion benannt sind, lassen sich Renovierputz, Akustikputz oder Wärmedämmputz aufführen. Nach der Auftragsstärke werden Dickschichtputze und und Dünnschichtputze unterschieden. Nach der Lage im Schichtaufbau eines Putzes können schließlich noch Grundputze bzw. Unterputze und Oberputze unterschieden werden.

Putze aufbringen

Putze werden entweder per Hand oder mit Maschinen aufgebracht. Während der Profi gerne zur Putzmaschine greift, ist beim Heimwerker in der Regel Handarbeit angesagt. Dazu benötigt er Werkzeuge wie Kelle, Glätter, Spachtel, Reibebrett und Aufzieher, die man auch als Kardätsche bezeichnet. Wird mit der Hand verputzt, muss der Mörtel mit der Kelle kraftvoll an den Untergrund geworfen werden. Eine optimale Haftung erlangt der Putz nämlich nur, wenn die Luft aus den Oberflächenporen des Putzgrundes verdrängt wird. Dazu sind einige Grundregeln zu beachten. Ein Außenputz darf zum Beispiel nicht bei Frost, Regen oder sengender Sonne aufgebracht werden. Der Untergrund muss zudem tragfähig sein und darf nicht sanden oder kreiden. Wenn dann noch Untergrund und Putzsystem aufeinander abgestimmt sind, kann nicht mehr viel schiefgehen.

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Insbesondere, wenn mehrere Putzlagen aufgebracht werden, kommt es auf das Putzsystem an. Die einzelnen Produkte des Systems müssen optimal aufeinander abgestimmt sein. Um Putzrisse durch Trocknungsspannungen oder Temperaturveränderungen zu vermeiden, sollte die Härte der einzelnen Putzschichten von innen nach außen abnehmen. Doch zurück zum Aufbringen des Putzes. Ist dieser erst einmal an der Wand, muss zügig weitergearbeitet werden. Über die Art und Weise, wie die Oberfläche bearbeitet werden soll, muss man sich bereits vorher Gedanken machen, denn die Putzweisen unterscheiden sich in der Verarbeitung doch erheblich. Glätt- und Reibeputze sollte man zum Beispiel in kleinen Flächen anwerfen und sofort mit der Glättkelle glattziehen. Wartet man zu lange damit, kann es zu unschönen Schwindrissen kommen. Bei einem Kratzputz muss die Oberfläche hingegen bereits etwas erhärtet sein, bevor die Oberfläche dieses Rauputztyps mit einem Nagelbrett etwas aufgeraut werden kann.

Grundputz und Oberputz

Grundputz und Oberputz haben grundsätzlich unterschiedliche Aufgaben. Grundputze sollen Unebenheiten ausgleichen und sind Träger für Oberputze, Fliesen, Anstriche, Tapeten oder andere Wandbekleidungen. Der Grundputz besitzt in aller Regel eine Stärke von einem bis drei Zentimetern. In Ausnahmefällen kann er auch bis zu zehn Zentimeter stark sein. Auf normal saugenden Untergründen kann der Grundputz direkt aufgebracht werden. Auf wenig oder nicht saugenden Untergründen ist vor dem Putzauftrag eine geeignete Haftbrücke aufzutragen. Bei stark saugenden Putzgründen oder bei Mauerwerk aus verschiedenen Baustoffen sorgt eine Grundierung (Aufbrennsperre) dafür, dass der Grundputz an der Wand bleibt. In den Grundputz können auch problemlos einzelne Rohre und Kabel eingebettet werden. Größere Unebenheiten müssen jedoch vorher verfüllt werden, da sie mit dem Grundputz alleine nicht mehr ausgeglichen werden können.

Auf den Grundputz kommt dann im Außenbereich in aller Regel der Oberputz. Da ein Oberputz Wind und Wetter ausgesetzt ist, muss er entsprechend robust sein. Er kann als Dickschichtputz oder Dünnschichtputz ausgeführt werden. Bei einem Dünnschichtputz handelt es sich um einen organisch gebundenen Putz, dessen Schichtdicke der maximalen Kornstärke entspricht. Ein Dickschichtputz ist hingegen in aller Regel mineralisch gebunden und die Schichtdicke ist größer als das Maximalkorn. Ein mineralischer Oberputz hat bauphysikalisch gesehen einige Vorteile. Damit sie jedoch ein gleichmäßiges Erscheinungsbild abgeben und als Wetterschutz fungieren, ist meist ein Egalisationsanstrich notwendig.

Mineralischer Putz und Kunstharzputz

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Sehr häufig werden Putze hinsichtlich des verwendeten Bindemittels unterschieden. Dies ist insofern logisch, da Bindemittel einen entscheidenden Einfluss auf die Eigenschaften eines Putzes besitzen. Als Zuschlagstoff von Putz kommt meist Sand zum Einsatz, bei Lehmputz aber auch Stroh oder Tierhaar. Bei manchen Putzen wird auch komplett auf Zuschlagstoffe verzichtet. Einfach gesagt, kann zwischen mineralischen Putzen und Kunstharzputzen unterschieden werden.

Mineralische Putze besitzen Bindemittel wie Kalk, Zement oder Gips. Kalkputze kommen als Innen- und Außenputz bei geringer bis normaler Beanspruchung zum Einsatz. Wasserhemmend bzw. wasserabweisend werden Kalkputze nur mit speziellen Zusätzen. Soll der Putz strapazierfähiger sein, greift man zu einem Kalk-Zement-Putz. Dieser Außenputz besitzt eine erhöhte Abriebfestigkeit. Als Keller-Außenputz oder Sockelputz versehen wasserabweisende Zementputze ihren Dienst, d.h. sie sind besonders widerstandsfähig und wetterfest. Das kann von Gipsputzen nicht behauptet werden, die daher nur in gering beanspruchten Innenräumen zum Einsatz kommen sollten.

Lediglich als Oberputz finden Kunstharzputze Verwendung. Ihre Bindemittel sind organischer Natur. Die Putze werden verarbeitungsfähig geliefert und müssen vor der Verarbeitung lediglich kurz durchgerührt und eventuell mit Wasser und Lösemittelzusatz auf die gewünschte Konsistenz gebracht werden. Kunstharzputze gibt es in vielen verschiedenen Farben, Körnungen und Strukturvarianten.

Die DIN V 18550 unterscheidet nach folgenden Mörtelgruppen:

PutzmörtelgruppeMörtelart
P ILuftkalkmörtel, Wasserkalkmörtel, Mörtel mit hydraulischem Kalk
P IIKalkzementmörtel, Mörtel mit hochhydraulischem Kalk oder mit Putz- und Mauerbinder
P IIIZementmörtel mit oder ohne Zusatz von Kalkhydrat
P IVGipsmörtel und gipshaltige Mörtel
P Org 1Anwendung als Außen- und Innenputze
P Org 2Anwendung als Innenputze