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Gips – der Baustoff für den Innenbereich

Jeder kennt ihn, keiner möchte ihn haben – den Gipsverband. Um einen Bruch ruhig zu stellen, wurde er generationenlang zum Beispiel in Gipsbandagen um ein gebrochenes Bein gewickelt, ehe er in der Unfallklinik von Kunststoffen verdrängt wurde. Feucht formbar, wurde der Gips mit der Zeit hart und fest und stabilisierte so das gebrochene Bein.

Da sich Gips angenehm verarbeiten lässt, eine dem Anwendungsfall angepasste Festigkeit und eine hohe Atmungsaktivität besitzt, ist er seit Jahrtausenden ein bewährter Baustoff. Bekanntlich kommt er im Trockenbau bei Gipskarton- und Gipsfaserplatten zum Einsatz, die an dieser Stelle jedoch nicht weiter besprochen werden sollen. Wir konzentrieren uns auf den Gips, der auf der Baustelle verarbeitet wird, den sogenannten Baugips.  

Wie beispielsweise historische Stuckdecken beweisen, wird Baugips als gut formbarer Baustoff schon sehr lange verwendet. Es gab sogar die Berufsbezeichnung des Gipsers, der sich mittlerweile Stuckateur nennt. Heute findet man Gips als Bindemittel noch in zahlreichen Bauprodukten wie Putzen, Estrichen oder Spachtelmassen. Er eignet sich sowohl für den Neubau als auch für Renovierungsarbeiten. Abgebundener Gips besitzt eine gewisse Wasserlöslichkeit, so dass er vorwiegend im Innenausbau zum Einsatz kommt. In Feuchträumen und Nasszellen ist er nur sehr eingeschränkt zu verwenden. Gipsbaustoffe lassen sich jedoch auch imprägnieren, so dass auch ein Einsatz im geschützten Außenbereich möglich ist.

Chemisch betrachtet ist Gips ein Calciumsulfat und liegt in verschiedenen Hydratstufen (mit oder ohne Kristallwasser) vor. Gips kommt natürlich in gipshaltigem Gestein vor, das bergmännisch abgebaut wird. Das Gestein wird gemahlen und anschließend gebrannt. Zudem entsteht Gips bei vielen chemischen Prozessen als Sekundärprodukt – beispielsweise in Rauchgasentschwefelungsanlagen. Dieser synthetische Gips wird auch als REA-Gips bezeichnet. Auf der Baustelle landet der Gips in Pulverform und wird dort mit Wasser zu einem Mörtel oder einer Paste verrührt. Nach einer Ruhephase (die bereits im Herstellwerk vorgegeben werden kann), wird der Gipsmörtel dann aufgespritzt, aufgezogen oder aufgespachtelt. Anschließend beginnt die Hydratation – Wasser und Gips reagieren miteinander und der Gips wird fest.

Die Industrie kennt zahlreiche Anwendungen für Baugips. Grundsätzlich werden Gips-Trockenmörtel dabei in zwei Gruppen unterschieden: Baugipse ohne werkseitig beigegebene Zusätze und Baugipse mit werkseitig beigegebenen Zusätzen. Zur ersten Gruppen zählen Stuckgips und Putzgips, die sich hauptsächlich dadurch unterscheiden, dass sich Putzgips schneller versteift. Aus beiden Gipsen werden Innenputze wie Gips- und Gips-Kalk-Putze hergestellt. Auch für Rabitzarbeiten sind beide Putze geeignet. Stuckgips wird zusätzlich noch für die Herstellung von Gipsplatten oder Gipsbauplatten verwendet. Mit ihm lassen sich zudem Stuck- und Formarbeiten durchführen.

Dem Stuck- und/oder Putzgips können werkseitig auch Zusätze zugegeben werden. Solche Zusätze sind zum Beispiel Additive wie Cellulosederivate oder Abbindeverzögerer, die dem Gips bestimmte Eigenschaften verleihen. Maschinengipsputze bekommen beispielsweise Leichtzuschläge, Kalkhydrat oder normale Zuschläge zugesetzt. Maschinengipsputz kann auch wasserabweisend eingestellt sein, so dass auf ihm ein Verfliesen ohne Grundierung möglich ist. So muss man in Feuchträumen nicht auf einen Kalk-Zement-Mörtel zurückgreifen. Weitere Baugipse mit werkseitig zugegebenen Zusätzen sind Handputz, Handputzgipse, Spachtelgipse (zum Verfugen und Verspachteln von Gipsplatten), Ansetzgipse (zum direkten Befestigen von Gipsplatten) oder Gipskleber (zum Verbinden von Gipswandbauplatten und anderen Gipselementen).